Modellflugsportverein Nordpfalz e.V.

Die inoffizielle Website über den Modellflugsportverein Rockenhausen

Pitts EP (Hobbyking)

Pitts EP von Hobbyking: Doppeldecker im Handtaschenformat

Nachdem ich mit einem geschätzten Modellbaukollegen zusammen auf die Idee kam eine Pitts, (siehe Modellbaudatenbank: Doppeldecker Pitts Python 1.37m) die für Elektro ausgelegt war auf einen Benziner umzubauen, kam uns beim Anblick der Modelle eine andere Variante in den Sinn (dazu später mehr). Unsere beiden Pitts, jeweils einem ZG 20 ausgerüstet, machen sich großartig bei Formationsflügen und Acrotänzen in der Stratosphäre. Allerdings reicht dafür unser Flugsektor nicht aus, denn mit einem Fernglas in der einen Hand und auch noch die Fernbedienung in der Anderen fällt es schwer dem Modell zu folgen. Naja, die Funke hängt ja eh um den Hals und ein Fernglas könnte man sich auch auf eine Brille kleben aber das ist uns zu umständlich. Wir dachten schon über FPV (First Person View) nach, aber auch das hielten wir für ein wenig übertrieben. Die Pitts ist uns dafür einfach zu schnell wenn man aus einem Looping mit gefühlten 235 km/h "herauskommt " ist die Reaktionszeit doch etwas knapp.

So haben wir unseren Modellen einen Waschgang verpasst und jetzt zwei passende Pythons in der Größe von ca. 1 Meter Spannweite zugelegt. Genau das richtige um unsere Formationsflüge in Ameisenkniehöhe auf dem Donnersberg zu proben und zu fliegen. Zum Einsatz kommt dabei eine Pitts, die wir bei Hobbyking im Sortiment gefunden haben. Das Modell ist zwar für Elektro ausgelegt was uns aber nicht gehindert hat sie auf einen Methanoler umzurüsten.

Nach dem auspacken der Pitts war ich erstaunt über die hervorragende Qualität des Bausatzes, findet man heutzutage selten. Naja, wird eh umgebaut dachte ich mir, von daher hat es mich nicht weiter gestört, dass in den Querrudern die "Füllungen" für die Montage der Gestänge bzw. Ruder fehlten. Eine Überlegung war die oberen Querruder einfach nicht anzulenken. Aber das würde bedeuten, dass die kleine Python für eine Rolle etwas länger benötigt wie gewünscht. Es macht schon einen Unterschied, ob die Rolle im nächsten Universum oder auf dem Platz vorbei ist. Egal, jetzt sind sie angelenkt. Jetzt geht sie auch schön um die Ecke und hat keinen Radius mehr wie ein Sattelschlepper der sich in einer Einbahnstraße verfahren hat.

Der Zusammenbau des Leitwerks fiel einfach aus, wenn man sich stur an die Bauanleitung hält. Ich habe nur die vorhandenen Ruderhörner durch etwas größere ersetzt als die beigefügten im Bausatz. Die Ruderhörner haben im Verhältnis der Leitwerke jetzt zwar ein CW-Wert wie ein Scheunentor, aber sie halten jetzt wenigstens. Die untere Tragflächen war auch noch relativ einfach zu befestigen wenn man davon absieht, dass der Arretierung zum einrasten der Tragfläche im Rumpf schlichtweg "nicht vorhanden" war. Ist mir aber auch vollkommen egal gewesen, ich musste den Rumpf eh etwas umbauen um einen Tank einbauen zu können. Damit hatte sich auch das Problem der Befestigung erledigt, einfach gleich mitgemacht.

Die obere Tragfläche war das kleinste Problem, da hat alles gepasst, naja bis auf die fehlenden Füllungen im inneren der Tragfläche zum befestigen der Querruder Anlenkung zum einhängen der Gestänge. Aber auch das hat mich nicht abgehalten die Pitts weiter zu bauen, im Gegenteil jetzt erst recht dachte ich mir. Jetzt könnte man über die Reihenfolge der Bauweise eine Grundsatzdiskussion anstreben was mich aber nicht beeindruckt, da ich immer mit dem anfange, wozu ich gerade Lust habe. Kommen wir jetzt endlich mal zum Motorträger.

Da die Pitts ja für einen Elektroantrieb ausgelegt ist musste ich den Spant schon etwas mehr verstärken als im Original vorgesehen. Ich habe den Spant mit einer 6mm Multiplex Platte aufgedoppelt um ihn zu verstärken. Für den Viertakter ASP FS61AR habe ich einfach einen zweiteiligen Motorträger benutzt, den ich noch in meinem Sammelsurium gefunden habe. Das "Hochleistungstriebwerk" habe ich hängend mit einer Glühung montiert. Jetzt streiten sich wieder Fachleute über hängend oder stehend bezüglich Viertaktmotoren, also um ein für allemal das ganze kurz abzuschließen. Gestartet wird das Modell auf dem Kopf liegend, wenn der Motor dann läuft schnell über das Fahrwerk in die Luft.

Immer schön Vollgas und wenn man in der Luft ist immer 95% auf dem Kopf fliegen dann hängt der Motor auch nicht mehr und geht nicht aus. Nur beim landen aufpassen, spielt aber auch keine Rolle, Viertakter werden eh nur im Sommer geflogen wenn die Frucht schön hoch steht (bezüglich der Landung auf dem Kopf, damit der Motor nicht hängt) . Dann ist es vollkommen gleichgültig ob stehend oder hängend. Mit der Glühung zwinge ich den Motor sowieso immer auf Bereitschaft zu sein. Natürlich nicht immer, sondern nur bei unteren Drehzahlen.

Das Fahrwerk, welches der Python von Hobbyking beigelegt war, bestand aus Aluminium, was ich auch benutzt habe. Einmal aus Zeitgründen, weil ich fertig werden wollte, und auch aus Gründen, die mir jetzt nicht mehr klar sind. Nachdem ich es montiert hatte, habe ich zwar ein paar Tage später ein GFK Fahrwerk gefunden, welches gepasst hätte, aber das wäre doch zu viel des guten gewesen. Erstens hatte ich keine Lust mehr es umzubauen und zweitens war auf dem Fahrwerk noch ein Preisschild in D-Mark. Das Fahrwerk hatte zu DM-Zeiten 29,80 DM gekostet, was heute ja mehr als 10% des Neupreises der kleinen Pitts wäre. (Das ist ja wie wenn man ein altes Auto volltankt). Das muss nicht sein. Ich habe das Fahrwerk mit einem Stahlseil und ein paar Federn stabilisiert und bin mal gespannt wie weit das ganze nachgibt.

Den Rumpfunterbau und die Fahrwerksaufnahme habe ich ebenfalls noch etwas verstärken müssen. Das ganze ist schon sehr filigran vom Werk aus gebaut. Und jetzt muss ich auch noch das ganze wieder auseinander nehmen um ein Foto von dem Motor zu machen. Lieber Wolfgang, für dich mach ich das doch gerne, oder glaubst du mir nicht dass ich einen Viertakter montiert habe? Ich habe noch den Original Motorträger den du mir in der Werkstatt an dem Abend, als wir uns die Modelle angeschaut haben, in den Mülleimer geworfen hast.

Der Erstflug steht noch aus, wird aber schnellstmöglich nachgeholt. Im Moment kann ich leider nur Standfotos und Aufnahmen bei Kunstlicht präsentieren. Wenn alles klappt folgen bald die Luftaufnahmen. Den Schwerpunkt, EWD usw. sind einfach geschätzt und beruhen auf Erfahrungswerten. Bis auf die Pilotenpuppe, da behaupte ich einfach, dass ich sie für die Schwerpunktbestimmung eingesetzt habe. Alles in allem ein schönes Modell was sich gut umbauen ließ und bestimmt auch eine Menge Spaß bereitet. [tf]


Modellname:
Pitts EP Python
Hersteller / Vertrieb:
Hobby-King
Spannweite:
1068 mm
Länge:
919 mm
Abfluggewicht Original:
1.017 Kg
Abfluggewicht nach Umbau:
1.100 Kg
Motor:
ASP FS 61 AR 4-Takt [FS61AR]
Luftschraube:
Cam-Carbon Power-Prop 11x6 [64845]
Sonstiges:
HK Onboard Auto Glow Plug Driver [HK-GPD]
Überflüssiges:
Pilotin Helga mit CB-Funk-Kopfhörer




Deutscher Modellfliegerverband Rheinland-Pfalz Donnersbergkreis Rockenhausen

Home Pfeil

Modelle

Pitts EP von Hobbyking